Von Bruder Hans-Heinrich Löhr, Freimaurerloge „Herder“, Bremen

Bremen. Seit 34 Jahren setzt sich das Bremer Frauenmuseum e. V. für die Sichtbarkeit weiblicher Lebensleistungen in Geschichte und Gegenwart ein. Am 11. April 2025 war die Vorsitzende des Vereins, Marion Reich, zu Gast bei der Freimaurerloge „Herder“ – und überzeugte mit einem engagierten Vortrag über das Wirken von Bremer Frauen im Schatten der offiziellen Geschichtsschreibung.

Zahlreiche Zuhörer, darunter Brüder, Gäste und Interessierte, mussten zu Beginn der Veranstaltung einräumen: Sie kannten das Bremer Frauenmuseum bisher gar nicht. Genau das will der Verein ändern – durch Öffentlichkeitsarbeit, Bildungsangebote und politische Impulse.

Geschichte(n), die fehlen

In ihrer Rede verdeutlichte Marion Reich, wie stark Frauen die bremische Gesellschaft über Jahrhunderte hinweg mitgeprägt haben – und wie selten das in den Geschichtsbüchern vorkommt. Ziel des Vereins sei es daher, Frauenbiografien nicht nur zu sammeln, sondern auch sichtbar zu machen.

Dazu nutzt das Bremer Frauenmuseum vielfältige Formate: Vorträge, Ausstellungen, Workshops, Publikationen und politische Arbeit, etwa durch Vorschläge für weibliche Straßennamen.

Herausragendes Beispiel: Das 2016 erschienene biographische Lexikon „Frauen Geschichte(n)“, ausgezeichnet mit dem Bremer Heimatpreis, gilt heute als Standardwerk zur Frauengeschichte der Hansestadt.

Freimaurerische Solidarität mit Frauen in Not

Der Eintritt zum Vortrag war frei – doch am Ende baten die Veranstalter um Spenden für das „Frauenzimmer“, eine Einrichtung der Inneren Mission Bremen für wohnungslose und in Not geratene Frauen.

Die Zuhörerschaft zeigte sich großzügig – und die Freimaurerloge „Herder“ stockte die gesammelte Summe nochmals deutlich auf.

So verband sich an diesem Abend gesellschaftlicher Diskurs mit gelebter Hilfe – im Geist humanitärer Freimaurerei.


Die Freimaurerloge „Herder“ im Orient Bremen

Die Johannisloge „Herder“, gegründet am 11. Januar 1902, ist eine gerechte und vollkommene Johannisloge im Orient Bremen. Ursprünglich unter der Großen Loge von Hamburg arbeitend, trat sie 1925 aus dem Verband aus und schloss sich der Großloge Deutsche Bruderkette an.

1933 musste sich die „Herderloge“ unter dem Druck der nationalsozialistischen Gleichschaltung in den „Christlichen Orden Deutscher Dom“ umwandeln – 1934 wurde sie liquidiert.

Bereits am 2. August 1945 begann der Wiederaufbau. Nach mehreren organisatorischen Stationen ist sie heute Mitglied der Großloge der Alten Freien und Angenommenen Maurer von Deutschland.

Die „Herderloge“ trifft sich freitags im Logenhaus Kurfürstenallee 15. Sie zählt derzeit etwa 50 Mitglieder.