Von Bruder Klaus Maier, Loge „Zukunft an den Quellen der Donau“, Orient Villingen-Schwenningen
Bad Dürrheim. Am 10. Oktober 2025 lädt die Johannisloge „Zukunft an den Quellen der Donau“ um 19 Uhr ins Parkhotel Waldeck (Waldstraße 18, 78073 Bad Dürrheim) zum öffentlichen Vortrag der Historikerin Dr. Andrea C. Hansert aus Frankfurt am Main. Die Veranstaltung findet hybrid statt und wird von einer moderierten Diskussion begleitet – im Geiste einer freimaurerischen Diskussionskultur, die dem Publikum vorab erläutert und gemeinsam eingeübt wird.
Persönlich, konkret, unbequem
In ihrem Vortrag „Bildungsbürger auf Abwegen – eine badische Familiengeschichte im Nationalsozialismus“ beleuchtet Dr. Andrea C. Hansert anhand dreier biografischer Fallstudien aus ihrer eigenen Verwandtschaft, wie tief Menschen aus bildungsbürgerlichen Kreisen im Nationalsozialismus verstrickt waren – und wie sie mit ihrer Verantwortung vor, während und nach der NS-Zeit umgingen. Sie zeigt auf, wie einzelne Akteure bewusst oder unter Druck als Teil des Systems agierten, wie sie das Kriegsende erlebten und welche Narrative sie im Zuge der Entnazifizierung entwickelten, um ihr Verhalten zu rechtfertigen. Schauplätze sind u. a. Freiburg, die Ortenau, Karlsruhe, Mannheim und Heidelberg – also zentrale Orte des badischen Bildungsbürgertums im 20. Jahrhundert.
Dialog statt Verteidigung
Im Anschluss an den Vortrag lädt die Loge zu einer moderierten Diskussion ein – getragen vom freimaurerischen Prinzip des respektvollen Diskurses auf Augenhöhe. Bereits bei einer früheren Veranstaltung wurde dieses Format mit großem Zuspruch angenommen: keine Podiumsdistanz, sondern gemeinsames Nachdenken über die Verantwortung des Einzelnen in Zeiten gesellschaftlicher Verführung. Alle Interessierten – auch außerhalb der Freimaurerei – sind herzlich eingeladen. Der Eintritt ist frei. Für die hybride Teilnahme wird um rechtzeitige Anmeldung gebeten.
Loge „Zukunft an den Quellen der Donau“
Die Johannisloge „Zukunft an den Quellen der Donau“ im Orient Villingen-Schwenningen ist Teil der Großloge der Alten Freien und Angenommenen Maurer von Deutschland. Sie versteht sich als weltoffene, dialogbereite Loge mit starkem interkulturellem Bezug.
Ihr Meister vom Stuhl Bruder Nikos Marangos wurde ursprünglich in Griechenland aufgenommen – daraus erwuchsen enge Verbindungen zur Loge „Archetypon Fos“ bei Athen, mit der bereits gemeinsame Tempelarbeiten in Griechenland und Deutschland gefeiert wurden.
Auch mit zypriotischen Logen bestehen freundschaftliche Kontakte: Ein Besuch zypriotischer Brüder in Bad Dürrheim ist bereits in Planung. Die Loge steht damit beispielhaft für eine gelebte, grenzüberschreitende Bruderschaft.