Zürich. In der Nacht auf den 26. Januar 2026 ist am Zürcher Lindenhof ein historisches Gebäude vollständig ausgebrannt. Wie sich am Morgen herausstellte, handelte es sich um das Haus „Modestia cum Libertate“, Sitz einer Freimaurerloge in der Zürcher Altstadt. Verletzt wurde niemand. Der materielle Schaden ist erheblich, der ideelle kaum zu beziffern.

Die Stadtpolizei Zürich ermittelt. Brandstiftung wird derzeit nicht ausgeschlossen. Parallel dazu wurde ein Einbruch in ein Nebengebäude angezeigt. Dabei soll eine Sammlung von Gehstöcken mit eingravierten Griffen sowie weiteres Inventar entwendet worden sein. Ob ein Zusammenhang zwischen dem Einbruch und dem Brand besteht, ist bislang ungeklärt.

Zwischen Spekulation und Zurückhaltung

In Medienberichten äußerten Logenmitglieder den Verdacht, es könne sich um Brandstiftung handeln. Sie verweisen auf eingeschlagene Vitrinen und eine zuvor geführte, teils emotional gefärbte Online-Debatte über die Freimaurerei. Auslöser war ein Video-Beitrag der Weltwoche, in dem der Lindenhof und die dort ansässige Loge thematisiert wurden. In sozialen Netzwerken fanden sich daraufhin auch verschwörungstheoretische Kommentare.

Ob zwischen dieser öffentlichen Diskussion und dem Brand ein Zusammenhang besteht, ist jedoch nicht belegt. Die Ermittlungen dauern an. Die Polizei bittet weiterhin um Hinweise aus der Bevölkerung.

Für die betroffene Loge bedeutet der Brand neben dem baulichen Verlust auch das Verschwinden von Erinnerungsstücken und Kunstwerken, die einen hohen symbolischen Wert hatten. Mehrere hunderttausend Franken Sachschaden werden vermutet. Das Innere des Gebäudes sei vollständig zerstört.

Ein Ort mit Geschichte

Das Gebäude am Lindenhof galt als eines der größeren und traditionsreichen Freimaurerzentren Zürichs. Der Lindenhof selbst ist ein historischer Ort mit römischen und mittelalterlichen Spuren – ein Platz, der für viele Zürcherinnen und Zürcher ein Stück Stadtgeschichte verkörpert.

Der Brand hat in der freimaurerischen Gemeinschaft Bestürzung ausgelöst. Manche deuten ihn als möglichen Angriff auf ein liberales, aufklärerisches Selbstverständnis. Andere mahnen zur Besonnenheit und verweisen auf die laufenden Ermittlungen. In dieser Phase ist Zurückhaltung geboten – im Respekt vor den Betroffenen ebenso wie im Vertrauen auf rechtsstaatliche Klärung.

Faktenlage (Stand 17. Februar 2026)

Zeitpunkt des Brandes: In der Nacht zum Montag, 26. Januar 2026
Ort: Historisches Logengebäude „Modestia cum Libertate“ am Lindenhof, Zürich
Sachschaden: Mehrere hunderttausend Franken; Kunstwerke im Erdgeschoss vermutlich vollständig zerstört Ermittlungsstand: Polizei schließt ein Delikt nicht aus.
Zusätzlicher Vorfall: Angezeigter Einbruch in ein Nebengebäude; eine Sammlung von Gehstöcken und weitere Gegenstände sollen entwendet worden sein.
Motivlage: Unklar, kein bestätigter Zusammenhang mit öffentlichen Diskussionen
Ermittlungen: Täterschaft und Brandursache weiterhin Gegenstand polizeilicher Untersuchungen.

In Zeiten erhöhter öffentlicher Aufmerksamkeit ist es umso wichtiger, zwischen Vermutung und gesicherter Erkenntnis zu unterscheiden. Die Humanität gebietet, nicht vorschnell zu urteilen – und zugleich Anteilnahme zu zeigen, wo Gemeinschaft, Geschichte und gewachsene Symbolik verloren gegangen sind.