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Die Suche nach dem Ewigen begleitet uns seit Anbeginn menschlicher Kultur. Was ist bleibend, was von göttlicher Ordnung? Die Steinkreise von Stonehenge, die Himmelsscheibe von Nebra, ägyptische Tempel, keltische Kalendersysteme – all das sind Spuren einer uralten Sehnsucht: nach Sinn, nach Ordnung, nach dem großen Ganzen.

Zwischen Himmel und Erde

Die Kulturen der Vorzeit hinterließen keine Schriften – aber Monumente. Stonehenge, um 3000 v. Chr. begonnen, diente vermutlich religiös-astronomischen Zwecken. Die Himmelsscheibe von Nebra – entstanden um 1600 v. Chr. – gilt als älteste konkrete Himmelsdarstellung der Menschheit. Sie zeigt die Plejaden zwischen Sonne und Mond, eingefasst in Gold aus Cornwall, dem Land der Steinkreise.

Die astronomische Präzision beeindruckt bis heute: Vom Mittelberg aus, dem Fundort, lässt sich zur Sommersonnenwende der Sonnenuntergang über dem Brocken beobachten – zur keltischen Beltane-Nacht am 1. Mai über dem Kyffhäuser. Die Scheibe spricht zu uns in einer Sprache jenseits des Wortes.

Sub Rosa – Wissen unter dem Siegel der Stille

Viele der „Schriftverweigerer“ der Geschichte – seien es Kelten, Mithrasjünger oder ägyptische Priester – bewahrten ihr Wissen durch mündliche Überlieferung. Sub Rosa. Es war kein Geheimnis aus Ausgrenzung, sondern aus Ehrfurcht. In unserer freimaurerischen Tradition findet sich dieselbe Verschwiegenheit: Von Ohr zu Ohr, von Mund zu Mund – Intellekt an Intellekt.

Auch in Lahr wurde das Ritual einst vollständig auswendig gesprochen. Später kamen Handschriften hinzu – und schließlich die gedruckte „Verräterschrift“. Heute ermöglichen uns digitale Medien eine globale Verbreitung – ein neuer Tempel des Wissens?

Der Weg der Erkenntnis

Die großen Kulturen suchten nach dem Göttlichen: ob in den Hymnen des Aton, in den Tempeln des Donon oder im Belchen-System der Kelten. Ob katholisch oder reformiert, synagogal oder islamisch – sie alle ringen um das Unsagbare.

„Ich weiß, dass ich nichts weiß“, sagte Sokrates. Die Sommersonnenwende markiert symbolisch den Neuanfang. Der Kreis beginnt von Neuem. Wir bleiben Suchende – in Demut, in Liebe, in Brüderlichkeit.

Wohlan, an die Arbeit!


Die Himmelsscheibe von Nebra – Sternenwissen der Bronzezeit

Die Himmelsscheibe von Nebra wurde 1999 auf dem Mittelberg in Sachsen-Anhalt gefunden und ist rund 3600 Jahre alt. Sie gilt als die älteste bekannte konkrete Darstellung astronomischer Phänomene. In Gold eingelegt sind Sonne, Mond und die Plejaden – ein Symbolkomplex, der auf kultisches Wissen schließen lässt.

Die Scheibe verweist auf ein hochentwickeltes Kalendersystem der Bronzezeit – mit überregionalen Handelsbeziehungen (Gold aus Cornwall, Zinn aus Böhmen). Ihre symbolische Tiefe reicht bis in unsere freimaurerischen Bildwelten: Zahlensymbolik, Himmelsorientierung und kosmische Ordnung.